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RUBRIKEN: Comic | Reise | alle

  • 05.06.2020
    Zwei dünne Beine mit Krallen ragen von links oben in das erste Bild hinein, während rechts unten ein Stück dunkler Hut über den Bildrand schaut. Dies schildert den Beginn einer wunderbaren Freundschaft – und ist der Anfang eines wunderbaren kleinen Buches.
  • 04.06.2020
    Der Franzose Jérémy Perrodeau hat mit #Dämmerung einen Science-Fiction-Comic mit ökologischem Bezug geschaffen, der vor allem grafisch sehr durchdacht wirkt.
  • 03.06.2020
    Es empfiehlt sich, diesen Comic unter der Bettdecke zu lesen. Im Dunkeln fliegen nämlich drei geisterhaft leuchtende Hunde über das Cover. Doch auch bei Licht betrachtet lässt sich dem Kindercomic "Alan C. Wilder Ltd. Die Brücke der toten Hunde" einiges abgewinnen.
  • 28.02.2020
    In ihrem wunderbaren Sachcomic "Birding für Ahnungslose" vermittel Véro Mischitz Grundlagen des Vögelguckens, und zwar in einer lockeren, witzigen und fundierten Mischung aus Comic und illustriertem Sachbuch, bei der sich Bild und Text ergänzen.
  • 10.02.2020
    In einer japanischen Hafenstadt zu Beginn der 1930er Jahre verbringt der etwa zehn Jahre alte Shigeru seine Zeit widerwillig mit Kinderbandenkämpfen. Nachts entflieht er mit Hilfe von Zeichenstift und Papier in wundersame Phantasiewelten. Den Stoff dafür liefert ihm Tante NonNon: Sie erzählt auf Schritt und Tritt Geistergeschichten, wenn es irgendwo raschelt, knackt oder klappert.
  • 19.01.2020
    Posy Simmonds‘ "Cassandra Darke" ist ein anderes Kaliber als die beiden Vorgänger, schon, was die Titelheldin angeht: Anders als die anmutig-attraktiven Tamara Drewe und Gemma Bovery, wuchtet sich jene in die Jahre gekommene, übergewichtige Misanthropin in einen unförmigen Mantel gehüllt über die Seiten, grimmig unter einer Trappermütze hervorstarrend.
  • 19.01.2020
    Eine Serie ungewöhnlicher Verbrechen macht Köln unsicher: Die Opfer wachen morgens auf und können nicht mehr sprechen - weil ihnen im Schlaf die Stimmlippen chirurgisch entfernt wurden. Das Kamäleon springt der Polizei zu Hilfe: ein Superreptil, das Wände hochläuft, meterweit springt und seine Zunge als Schlagstock verwendet.
  • 19.01.2020
    Sebastian Lörscher fängt in "Making Friends in Bangalore. Mit dem Skizzenbuch in Indien" das Gewimmel der riesigen Stadt ein, in kleinteiligen, vielfarbigen Buntstiftzeichnungen von Straßenbildern, in denen sich einzelne Gesichter, Autos, Gebäude in abstrakte Formen auflösen.
  • 18.11.2019
    Polle 2 ist umfangreicher und hat ein größeres Format als der crowdfinanzierte Erstling, legt den Schwerpunkt auf längere Geschichten und ist weniger kleinteilig. Das tut dem Heft gut.
  • 17.11.2019
    Mokis Geschichten sind verrätselt, verschlungen, poetisch und von einer zarten, organischen Ästhetik. Ihr jüngstes Werk ist bevölkert von wenigen Menschen, flauschigen Tieren, Alraunen, Formwandlern mit Tentakeln und überhaupt allerlei sonderbaren Wesen.
  • 09.09.2019
    Sheree Domingo erzählt eine Geschichte über Familie und Tod aus Sicht eines kleinen Mädchens. Sie hat dafür eine poetische grafisch-erzählerische Umsetzung gefunden, der die Comic-Ausbildung bei der Belgierin Judith Vanistendael anzumerken ist.
  • 17.06.2019
    Die Königstochter Tilda ist nach dem Tod ihres Vaters rechtmäßige Thronfolgerin. Ein Komplott ihres Bruders zwingt sie ins Exil – doch Tilda will die ihr zustehende Macht mit Hilfe zweier treuer Gefährten zurückerlangen. Unterwegs stoßen sie auf Spuren eines legendären Schriftstücks, welches das "Goldene Zeitalter" propagiert.
  • 12.05.2019
    Die Schönheit rettet Catherine Meurisse und bringt sie zurück zum Zeichnen. Mit dieser Erkenntnis endete Die Leichtigkeit, in dem Meurisse das Attentat auf die Charlie Hebdo-Redaktion verarbeitete, dem sie selbst nur durch einen Zufall entgangen war. In ihrem neuen Comic Weites Land schafft die Zeichnung Passagen durch Raum und Zeit
  • 12.05.2019
    "Strannik" heißt Anna Rakhmankos und Mikkel Sommers Doku-Comic über einen obdachlosen russischen Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Das russische Wort bedeutet so viel wie Pilger oder Wanderer. Tatsächlich ist Strannik unterwegs, getrieben von der Hoffnung, mit seinem Leben noch etwas anderes anfangen zu können.
  • 19.03.2019
    Die junge Zeichnerin Frauke Berger hat in "Grün" die Welt eines einst florierenden Planeten entworfen, den seine Bewohner ausgebeutet und zu einem lebensfeindlichen Ort gemacht haben. Die auf zwei Bände angelegte Genre-Geschichte mit Elementen von Science Fiction, Fantasy und Öko-Dystopie, beeindruckt schon durch die Zeichnungen, die zum Teil an Moebius erinnern.
  • 12.03.2019
    Die Juwelen der Sängerin! Pardon, nein, die Steine des Anstoßes sind die Juwelen der Begum, der Gattin des superreichen Aga Khan. Wir befinden uns nicht in einem "Tim und Struppi"-Album, sondern im Auftaktband der neuen Serie "Atom Agency" von Yann und Olivier Schwartz.
  • 21.01.2019
    May und Eugene sind zwei wie Pech und Schwefel. Die toughe Beschützerin mit Knarre im Stiefel und der für ein Kind ganz schön hartgesottene Eugene fliehen in geklauten Autos durch den wilden Westen der USA vor anderen Gangstern.
  • 05.12.2018
    Die Schweizer Künstlerin Lika Nüssli schildert in ihrem großformatigen Kunstbuch "Vergiss dich nicht" auf intime, liebevolle und poetisch-surreal angereicherte Art Eindrücke von einem Ort, der unpoetischer nicht sein könnte: einem Heim für Demenzkranke.
  • 03.11.2018
    Die Pariser Silhouette ist geprägt vom rostigen Stumpf des Eiffelturms, auf den Straßen fahren von Chauffeuren mit Fliegerhelmen gelenkte Kutschen, von Pferden gezogene Lastenkarren und Fahrräder. In dem Comic "Mermaid Project" hat der Klimawandel die Ordnung der westlichen Welt umgewälzt.
  • 03.11.2018
    Micha hat das Zeug zur Ikone der schlechten Laune: Der missmutige kleine Strubbel-Hund ist Held einer charmanten Comic-Reihe für Kinder. Erfunden hat ihn und eine bunte Hundeschar die französische Zeichnerin und Autorin Dorothée de Monfreid.
  • 02.09.2018
    Die Comiczeichnerin Eleanor Davis hat sich vorgenommen, rund 3000 Kilometer mit dem Fahrrad zu fahren. Ihre Eindrücke hält sie im Skizzenbuch fest und macht daraus den wunderbaren Comic #You & a Bike & a Road.
  • 17.08.2018
    Das Ende der Welt liegt im Westen der Bretagne, jedenfalls, wenn man den Namen des französischen Departements Finistère wörtlich nimmt. Und wiederum am Ende des Weltendes trotzt der Leuchtturm Ar-Men der Brandung des Atlantiks.
  • 31.05.2018
    Maximilian Hillerzeders Comic Maertens besticht nicht nur durch eine unaufdringlich skurrile Geschichte, sondern auch durch Einfallsreichtum in Figurengestaltung und grafischem Erzählen.
  • 09.05.2018
    Olivia Viewegs Zombie-Apokalypsen-Comic Endzeit entstand 2011 als Diplom-Arbeit an der Bauhaus-Universität in Weimar. Die überarbeitete Version ist umfangreicher und komplexer – und wunderschön koloriert.
  • 08.04.2018
    Liv Strömquists Comic Der Ursprung der Welt verursachte Wirbel im analogen wie digitalen Blätterwald, als er 2017 auf Deutsch erschien. Eine Kulturgeschichte der Vulva hatte die Schwedin gezeichnet, einen feministischen, provokanten und witzigen Comic-Essay. Jetzt ist mit Der Ursprung der Liebe ein weiterer Comic von ihr übersetzt.
  • 01.03.2018
    Der Comic Silence der Stumme von Didier Comès spielt in dem imaginären Ardennendorf Beausonge, das – anders als der französische Name impliziert – einem schönen Traum ferner nicht sein könnte.
  • 07.02.2018
    Kurz vor Magdas 13. Geburtstag schlägt eine Nachricht ein wie eine Bombe: In einem Jahr wird eine Naturkatastrophe die Welt vernichten. Magda beschließt: Wenn sie schon nicht das ganze Leben vor sich hat, will sie wenigsten so viel davon auskosten wie möglich.
  • 30.12.2017
    Hervé Barulea alias Baru hat sich in seiner Jahrzehnte langen Karriere als Comicautor vor allem den Außenseitern und sozial Schwachen gewidmet. Der Band Hier und Dort versammelt Auftragsarbeiten aus den vergangenen 20 Jahren – und alle zeigen Barus Handschrift, seine Sympathie für Underdogs, seinen schwarzen Humor.
  • 23.12.2017
    Ich durfte in der Tagesspiegel-Jury wieder über die besten Comics 2017 abstimmen. Es war schwierig, eine Auswahl zu treffen - aber hier sind die fünf, für die ich mich entschieden habe.
  • 02.12.2017
    Manu Larcenets jüngster Comic Brodecks Bericht spielt in einem abgelegenen Alpendorf, mutmaßlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist eine finstere Geschichte, erzählt in starken Bildern.
  • 05.11.2017
    Comicjournalismus ist keine neue Gattung, aber noch ganz in der Nische. Reporter gehen mit Stift und Skizzenbuch auf Recherche, im Team mit einem Autor oder alleine, und daraus entsteht ein journalistischer Comic. Das bietet Chancen für den Journalismus, birgt aber auch Schwierigkeiten. Ein Überblick.
  • 03.11.2017
    Hoch oben in der Takelage eines Segelschiffs umklammert ein Mann einen Masten, Schweißtropfen perlen auf seinem Gesicht, zittrige Linien umspielen seinen Körper. Dann wird der Blickwinkel weiter, das Schiff liegt in dunklem Wasser, umgeben von Eisschollen und braun-grau verwaschenen Landmassen, darüber hellblauer Himmel.
  • 03.09.2017
    Acht Jahre nach ihrem autobiographischen Comic Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens erzählt die 1967 in Wien geborene Zeichnerin Ulli Lust ihre bewegte Geschichte weiter. Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein setzt sechs Jahre nach der Rückkehr der Ausreißerin ein und zeigt Ulli Lusts Können im Comic-Erzählen.
  • 03.08.2017
    Am Sonntag vor seiner Beförderung wird der Brüsseler Angestellte Charles Singullier übermütig und ersteht eine Melone auf dem Trödelmarkt. Beschwingt spaziert er mit dem runden schwarzen Hut auf dem Kopf nach Hause - und dann gerät sein Leben gehörig durcheinander. Die Melone gehörte einst dem Maler René Magritte und verkörpert so etwas wie den Geist des belgischen Surrealisten, dessen Rätsel der wider Willen Besessene nun lösen muss.
  • 03.08.2017
    Paris 1955: Edith Hardy, um die vierzig und Witwe, hat sich nach dem Tod ihres Mannes als Privatdetektivin selbstständig gemacht. Zusammen mit ihrem jungen Assistenten Victor spürt sie davongelaufene Ehemänner und vermisste Familienmitglieder auf, und zwar so effizient, dass ihr Ruf ihr trotz Diskretion vorauseilt und Aufträge von höherer Brisanz beschert.
  • 01.06.2017
    Jolly Jumper schmollt. Oder warum sonst sollte dem Hengst kein Wort mehr über die Lippen kommen? Ein gemeinsames Abenteuer, so hofft sein Besitzer Lucky Luke, könnte die offenbar gestörte Cowboy-Pferd-Beziehung gerade rücken.
  • 05.05.2017
    Panels, die die Welt bewegten: Die Ausstellung "Comics! Mangas! Graphic Novels!" in der Bundeskunsthalle führt opulent durch die Geschichte. Die Gegenwart wird allerdings nur angerissen.
  • 05.04.2017
    Die zwölfjährige Erin tritt im blauen Morgengrauen in die Pedale, fährt auf ihrem pink-türkis lackierten Rad fort vom hellen Licht, das aus der Garage ihres Wohnhauses fällt. Die Jeansjackenärmel sind umgekrempelt, der Kragen ihres Shirts aufgestellt, die nackenlangen Dauerwellen fliegen im Fahrtwind, in der Umhängetasche stecken zusammengerollte Ausgaben des »Cleveland Preserver«. Es ist der 1. November 1988, der Morgen nach Halloween.
  • 28.02.2017
    Seit fast acht Jahren zeichnet die Kölnerin Sarah Burrini den Webcomic Das Leben ist kein Ponyhof, in der Regel stellt sie immer montags eine neue Folge ins Netz. Mittlerweile gibt es aber auch drei gedruckte Bände mit den Strips über Burrinis Alter Ego, die Comiczeichnerin Sarah, die zwischen Grafiktablett und Games-Controller switcht.
  • 24.02.2017
    Psychotherapie und Comics hätten ihn gerettet, meint Manu Larcenet. Der 47 Jahre alte Franzose, der 1994 in dem Magazin Fluide Glacial debütierte, leidet seit seiner Kindheit unter einer Bipolaren Störung. Die Krankheit beeinflusst auch seine Arbeit. Dem Werk schadet das offensichtlich nicht: Beim Internationalen Comicfestival in Angoulême war Larcenet nominiert für den Großen Preis der Jury 2017.
  • 05.02.2017
    Gesund sieht sie nicht aus, diese dünne nackte Gestalt mit tiefen Schatten unter den Augen: eingerollt exakt in ein quadratisches Kästchen eingepasst, als kauere sie in einer Kiste und versuche den Deckel aufzustoßen. Oder auch nicht, vielleicht dient das Panel ja als Panikraum.
  • 01.01.2017
    Tobi Dahmen erzählt in seinem autobiographischen Comic Fahrradmod von einer Jugend in den 90ern, die so ähnlich überall in Deutschland hätte verlaufen können. In diesem Fall ist es die Kleinstadt Wesel nahe der Grenze zu den Niederlanden. Dahmens Comic-Ich der Gegenwart – in lockerem, sparsamem Strich gezeichnet – wacht nach einem Party-Wochenende mit den Freunden von früher gerädert im Hotel auf. Auf der Heimfahrt im Auto legt er eine alte Mix-Kassette ein: Pogo Music. Zu deren Sound lässt Tobi die Jahre der Subkulturen seiner Jugend Revue passieren.
  • 09.12.2016
    Der belgische Szenarist Nicolas Wouters und der deutsche Zeichner Mikael Ross erzählen in Totem die Geschichte vom Ende einer Kindheit. Louis verbringt verregnete Tage in einem Sommercamp in den Ardennen, während sein kleiner Bruder im Krankenhaus mit dem Tod kämpft. Mutproben und Initiationsriten stehen auf dem Programm, die Atmosphäre ist bedrückend-mystisch - aber es fällt auch Licht durch die Baumkronen.
  • 28.10.2016
    Jean-Paul Porneaux und das blutrote Vinyl ist der zweite Band um den abgerockten Ex-Walfänger, den es in seinem ersten Abenteuer in einem Schildkröten-U-Boot auf eine fliegende Insel verschlagen hatte (im Dienst gegen die Königin, die einen Raketenstart zum Mond plante, um von dort aus die Weltherrschaft zu an sich zu reißen… oder so ähnlich).
  • 28.09.2016
    Das "orientalische Klavier" zeichnet sich dadurch aus, dass es Vierteltöne erzeugen und damit neben westlichen auch orientalische Meldien spielen kann. Den entsprechenden Mechanismus via Pedal hat Abdallah Kamanja in den 50er Jahren in Beirut ausgetüftelt. Er ist der Urgroßvater der Erzählerin in dem Comic "Piano Oriental".
  • 28.08.2016
    Jeff Lemire verknüpft in "Essex County" Schicksale und Zeitebenen und spannt einen emotionsgeladenen Generationenbogen, der sich im Lauf der drei Bände erschließt.
  • 28.08.2016
    Die belgische Comiczeichnerin Judith Vanistendael gehört zu den bekanntesten ihrer Zunft aus dem niederländischen Sprachraum, auch wenn sie sich weniger als Flämin denn als Brüsselerin sieht. Ein Besuch bei Vanistendael in Brüssel.
  • 21.07.2016
    Der italienische Comiczeichner Igort sagt, Japan fasziniere ihn, weil es so rätselhaft sei. Dabei kennt er das Land gut: Er lebte einige Jahre dort und arbeitete in den 1990er Jahren ausschließlich für japanische Verlage. Ich habe "Igoruto-san" auf dem Comic-Salon Erlangen getroffen und mit ihm über sein Buch "Berichte aus Japan. Eine Reise ins Reich der Zeichen" gesprochen.